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Überrest des ehemaligen Prämonstratenserstifts
Ansicht In Vorbereitung zu einer besseren Nutzung koordiniert das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland Pfalz verschiedene Untersuchungen. Ein neues Aufmaß von Grundriß und Wänden hat das Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i 3) der Fachhochschule Mainz erarbeitet. Eine Arbeitsgruppe des Kunsthistorischen Instituts unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Untermann hat das Refektorium am 7.-9. Juli 2000 bauhistorisch untersucht.
Arbeitsfoto Die unterschiedlichen Entstehungszeiten des Mauerwerks wurden in die Pläne eingetragen: der aus dem Mittelalter erhaltene Bestand ist rot gefärbt, Umbauten nach der Auflösung des Stifts grün, im 19. und 20 Jahrhundert wiederhergestelltes und repariertes Mauerwerk orange und gelb.
Ungewöhnlich ist die vermauert erhaltene Lesekanzel, von der aus während des Essens aus erbaulichen Schriften vorgelesen wurde.
Die lateinische Inschrift über dem Portal weist auf die Lesung hin: "Hier wird Speise dem Leib, das Wort der Seele geboten - Besser als die Speise dich nährt, nährt dich die Süße des Wortes." Die Inschrift nennt auch die Stifter: Werner und Guda von Bolanden.
Inschrift Vom Kreuzgang führten zwei Türen in das Refektorium; ein weiterer, breiter Durchgang öffnete sich zum ehemals östlich angrenzenden, zweigeschossigen Raum; vermutlich gab es auch eine Durchreiche zur Küche - dort steht heute ein Wohnhaus. Vorerst lassen sich also viele Fragen nicht klären.
Nordwand, Bild 1
Nordwand, Bild 2 Erstmals sorgfältig dokumentiert wurden die Steinmetzzeichen auf den Quadern. Es sind Abrechnungsmarken der Werkleute. Am Refektorium haben demnach mindestens elf Steinmetzen gearbeitet. Überraschend war, dass nur vier Zeichen mit solchen der nahe gelegenen, großen Zisterzienserkirche Otterberg übereinstimmen, die damals die größte Baustelle der Gegend war. Ein ausführlicher Bericht von Elisabeth Gamer, Petra Klara Gamke, Carsten Juwig, Catrin Kohlmann, Charlotte Lagemann, Tobias Schöneweis und Miriam Wissen, mit den Zeichnungen von Sylvia Cebulla erscheint 2001 im Jahresbericht der Denkmalpflege von Rheinland-Pfalz.
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